Amy Winehouse - Versteckte Schätze

Amy Winehouse

Sie war zweifellos eine der gänz Großen der Musikszene. Und dass man dieser dafür nicht allzu lange angehören musste, haben vor ihr Leute wie Janis Joplin oder Jim Morrisson unter Beweis gestellt. Sie alle starben mit bloß 27 Jahren - wie Amy Winehouse.

Ausnahmetalent. Schon bald nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Frank" im Jahr 2003 war klar: Hier ist ein neuer Star geboren. Ungefähr zur selben Zeit wurden bereits Probleme ruchbar, spätestens 2007, als sie vor einer Show einen Nervenzusammenbruch erlitt und einige Konzerte absagen musste. Dass gleichzeitig das bereits 2006 veröffentlichte, zweite Winehouse-Album "Back To Black" unaufhaltsam Richtung Chartspitze strebte und Songs wie das scharrende "Rehab" - ihre Abrechnung mit Rehabilitationsaufenthalten - mehr und mehr zum Superhit wurden, half dem Menschen Amy Winehouse auch nicht weiter.

Spitze und Zenit. So belegte "Back To Black" in den Welt-Jahresendcharts 2007 die unangefochtene Position 1, Modeschöpfer und Style-Gurus orientierten sich am schrillen Stil der glamourösen Diva, alle fanden Amy cool, bloß konnte diese sich ihre wohlverdienten fünf Grammys nicht abholen, weil ihr die Einreise in die USA wegen ihrer Drogenprobleme verweigert wurde. Und die per YouTube verbreiteten Aufnahmen ihres desaströsen Zustandes beim Comeback-Gig in Belgrad heuer im Juni stellten endgültig klar, wie es um Winehouse bestellt war.

Ende und Nachruf. Am 23. Juli verstarb Amy Jade Winehouse in ihrer Londoner Wohnung, mit 4,16 Promille Alkohol im Blut. Nach ihrem tragischen Tod hat man nun unveröffentlichte Aufnahmen durchgehört und ausreichend Material für ein posthumes Album vorgefunden. So bringt "Lioness: Hidden Treasures" etwa ein Cover des 30er-Jahre Jazzklassikers "Body & Soul", interpretiert mit Crooner-Legende Tony Bennett. Dem Altmeister sei auch das Schlusswort überlassen: "Wenn man sich die Aufnahme anhört, dann ist es ein Zeugnis ihres künstlerischen Genies und ihrer Brillanz als eine der ehrlichsten Musikerinnen, die ich jemals gekannt habe." Dem sollte an sich nichts hinzuzufügen sein. Leb wohl, Amy.