Bügeln muss nicht mühsam sein

Richtig bügeln

Auf der Liste der ungeliebten Haushaltstätigkeiten ist das Plätten verschiedener Textilien meist vorne mit dabei. Nach diesem Plädoyer inklusive glatter Tatsachen könnte sich das ändern.

Das erste positive Argument: Während man über Hemdkrägen, Bettwäsche und Seidenblusen gleitet, lässt es sich herrlich vor sich hinträumen. Außerdem als nutzbringender Kompromiss zwischen Sofasurfing und Bodybuilding füllt das Bügeln nicht nur den Kleiderschrank mit faltenfreier Garderobe, sondern steigert ganz nebenbei den persönlichen Kalorienverbrauch.

Eine 65 Kilogramm schwere Person beispielsweise verbrennt in einer Stunde in etwa 248 Kalorien. Das ist ein Richtwert, der sich sehen lassen kann. Gern gelesen werden auch Vergleiche der Superlative. Wie wäre es z. B. mit diesem Stimmungsaufheller: Was zählt schon ein Meter hoher Berg Bügelwäsche gegen den höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest mit 8.850 Metern? Diesen zu besteigen ist nur wenigen vergönnt. Ersterem können Sie sich jederzeit spontan und mit Hingabe zuwenden. Möglicherweise wird das Bügeln nie zur absoluten Lieblingsbeschäftigung, aber mit einigen Kniffen könnte die lästige Pflicht zur akzeptierten Kür werden. Wer denkt, der Vorgang beginnt mit dem Anheizen des Bügeleisens, der irrt. Erste Schritte in Richtung einfaches Glätten werden bereits beim Aufhängen der nassen Wäsche gesetzt. Je besser die einzelnen Stücke an der Leine baumeln, desto einfacher wird es.

Richtig Bügeln - Tipps und Tricks

Also Frischgewaschenes kräftig schütteln, Ecken und Säume in Form ziehen, Falten mit den Händen ausstreichen bzw. feucht aus dem Trockner nehmen. Denn Staubtrockenes erschwert das Bügeln. Komplizierte modische Trendshirts mit Stickereien und Applikationen und heikle Seidenteile können das Vergnügen ebenfalls trüben. Daher schon im Vorfeld sortieren, empfindliche Textilien mit schwacher Hitze und zuletzt Leinen und Baumwolle mit hohen Temperaturen behandeln. Wer es auf die Spitze treiben möchte und glatte Geschirrtücher schätzt, kann diese mit der Restwärme platt machen. Erfreulicher Nebeneffekt des Steckerziehens: Energieersparnis. Bei Hemden und Blusen mit Kleinteiligem beginnen. Widmen Sie sich zuerst Knopfleisten, Manschetten, Kragen, Taschen und Ärmeln und erst danach den großen Flächen. Um unschöne Abdrücke von Pailletten, Perlen und sonstigen Accessoires zu vermeiden, weiche Unterlage schaffen. Säume nur an der Bruchkante bügeln, um das Durchschimmern von Nähten zu vermeiden. Wasserflecken auf Seide können vermieden werden, wenn anstelle der Sprühflasche ein feuchtes Handtuch zum Einsatz kommt. Wolle möglichst viel Dampf aufnehmen lassen und Bügeleisen nicht bewegen, sondern immer wieder neu aufsetzen. Haarspray ist die Geheimwaffe für erstklassige Bügelfalten. In der Ruhe liegt die Kraft: Gleichmäßig und nicht zu forsch vorgehen. Hektisches Hin und Her des heißen Eisens schiebt den Stoff leicht zusammen. Frischgebügeltes vor dem Wegräumen auskühlen lassen. Sonst könnte Sie der "Rückknitterer" heimsuchen. Und wer möchte schon zurück an den Start?