Minimalismus – Informationen zum neuen Lebenstrend

Minimalismus

Was ist Minimalismus? Um diese Frage, aber auch um viele zusätzliche Punkte, die rund um dieses Thema in Erscheinung treten und denen auch eine gewisse Bedeutung zukommt, dreht sich dieser Ratgeber. Vorneweg: wir behandeln in erster Linie die These und dahinterstehende Frage, welche Vorteile bzw. welchen Mehrwert Minimalismus bieten kann. Zunächst einmal erhalten Sie jedoch eine kleine Definition, damit Sie wissen, worum es sich bei diesem in wissenschaftlicher Hinsicht überaus interessanten Begriff überhaupt handelt.

Definition zu Minimalismus

Was ist also Minimalismus? Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich sehr einfach: als Minimalist gestalten Sie Ihren Alltag mit weniger als 100 Dingen, verzichten etwa auf ein Auto, ein Haus oder einen Fernseher, machen keinerlei Karriere bzw. geben kein Geld für diese aus und dürfen keine Kinder haben. Diese Punkte sollten Sie natürlich nicht zu ernst nehmen. Denn: viele davon sind frei erfunden. OK, wir machen natürlich Witze. Doch wir wollen mit diesen auf einen ganz wichtigen Aspekt aufmerksam machen: Menschen, die den Minimalismus als eine Art Modeerscheinung abtun, verbinden diese in der Regel mit den oben genannten Lebenseinschränkungen.

Beim Minimalismus geht es nicht darum, auf irgendwelche dieser Dinge zu verzichten, sondern vielmehr darum, durch einen möglichst geringen materiellen Besitz die individuelle Freiheit zu spüren. Ein bekanntes Beispiel diesbezüglich stellt der sogenannte Globetrotter dar, der durch die Welt reist und diese intensiv kennenlernt, im Hostel wohnt oder campt und sich so dem gewöhnlichen Alltagsablauf entzieht. Minimalismus ist ein Werkzeug, das Ihnen helfen kann, diese Freiheit zu finden. Es geht um die Freiheit weit weg von Zukunftsängsten und Sorgen, aber auch Schuld und Depressionen. Wir hoffen natürlich, dass Sie bereits an dieser Stelle wissen, was wir mit unserem Ratgeber erreichen möchten.

Vergessen Sie nie, dass Sie natürlich auch materielle Dinge besitzen können, doch achten Sie darauf, was Sie für sich nutzen möchten. Das Problem der modernen Gesellschaft liegt darin, dass wir Konsumenten dazu neigen, unseren materiellen Dingen zu viel Wert einzuräumen, anstatt die wichtigen Aspekte zu schätzen. Das betrifft zum Beispiel natürliche Leidenschaften, die Gesundheit, interaktive Beziehungen und das persönliche Wachstum, aber auch den Wunsch, über uns hinauszuragen und unsere Ziele zu erreichen. Wollen Sie unbedingt ein Auto oder ein Haus besitzen bzw. eine Familie gründen? Das ist für Sie natürlich großartig! Der Minimalismus ermöglicht es Ihnen schließlich, diese Ziele bewusster zu erreichen.

Doch kommen wir noch einmal zu unserer ursprünglichen Frage zurück: Was ist Minimalismus? Wenn wir die dazugehörige Definition in einem einzigen Satz zusammenfassen müssten, würden wir es wohl so erklären: Minimalismus ist ein Werkzeug, um sich vom Exzess des Lebens zu befreien und sich stattdessen auf das Wesentliche zu konzentrieren, mit dem Ziel erfüllt, glücklich und frei zu leben – ganz ohne die Zwänge des täglichen Konsums und vielleicht fernab der zivilen, modernen Gesellschaft, aber doch immer noch auf der Erde und nicht ohne Kontakte zur Außenwelt. Denken Sie immer daran, dass dieses Werkzeug nicht bedeutet, sich sozial von dieser zu entfernen, sondern diese gesünder und vor allem bewusster wahrzunehmen.

Geschichte und Entwicklung von Minimalismus

Die minimalistische Bewegung ist seit Jahrzehnten, vielleicht gar Jahrhunderten in Entwicklung. Sie findet ihren Ausdruck in vielen Lebensweisen, aber auch in der Kunst, der Architektur und in der Literatur. Sie wissen inzwischen, inwieweit wir in diesem Ratgeber den Begriff definieren, weshalb Sie sich auf diese Definition auch unbedingt konzentrieren sollten. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nicht auch einmal über den „Tellerrand“ schauen sollten. Mit anderen Worten: Minimalismus wird oft als Konsumverzicht, Downshifting oder gar als einfaches Leben bezeichnet, wobei diese Begriffe nur bedingt zutreffen und Sie auch als Minimalist leben können, ohne auf ein gewisses Maß an Luxus verzichten zu müssen.

Die ersten Minimalisten gab es laut Einschätzung verschiedener Experten der Bewegung mit der Einkehr des Kapitalismus in den gesellschaftlichen Alltag. Daher ist es in politischer Hinsicht auch meist eine eher „grüne“ Bewegung, wobei natürlich gesagt werden kann, dass Minimalismus als „links“ oder „rechts“ gilt. Der Kapitalismus und die Entwicklung einer modernen Konsumgesellschaft entspringt in etwa dem Zeitraum von 1850 bis 1900. In jener Zeit konnte in der westlichen Welt ein neuer Zeitgeist zu spüren, da gewisse Barrieren bereits damals aufgehoben, Steuern und Zölle gesenkt wurden und etwa der Tourismus und somit die Internationalisierung der Wirtschaft an Aufschwung gewannen.

Minimalisten im klassischen Sinnen gibt es allerdings schon deutlich länger. Bereits kurz vor Ende des Mittelalters gab es immer wieder Menschen, die den Drang nach Freiheit verspürten und sich nicht mit dem aufkommenden Handel in den Königs- und Fürstenstädten identifizieren konnten bzw. gar Steuern zahlen wollten, um die royale Welt auch noch zu unterstützen. Grundsätzlich sollten Sie aber wissen, dass diese Menschen wenig mit jenen gemein haben, die gerade in New York – wo auch der Minimalismus in der Kunst etwa an Aufschwung gewann – gemein hat. Es ist eine komplexe Verbindung, doch das Leben mit einem gewissen Konsumverzicht wirkte sich in der Tat auf verschiedene künstlerische Bereiche aus. Das galt übrigens auch für die Musik zu jener Zeit.

Der Minimalismus, der in diesem Ratgeber näher behandelt wird, befasst sich jedoch mit einer eher moderneren Form, die erst vor wenigen Jahrzehnten aufkam und heute wieder bei einigen Menschen voll im Trend liegt. Angelehnt an Demonstrationen, etwa in Verknüpfung mit Atom und Abholzung zieht es seit einiger Zeit immer mehr Menschen in einen alternativen Lebensstil. Ein bekanntes Beispiel stellt etwa der in Deutschland seit einiger Zeit spürbare Protest rund um den Hambacher Forst dar. Einfache Baumdörfer wurden gebaut, in denen manche Protestler bereits seit vielen Jahren leben. Ebendiese kennen praktisch gewisse Konsumgüter nicht mehr – etwa Fernsehen, einen Stromanschluss und Ähnliches.

In der jetzigen Zeit geht es darum, individuelle Freiheit zu erlangen, sich nicht dem Zwang von Trends, den etwa Fachmagazine aus den Bereichen Technik, Elektronik oder Mode vorgeben, zu unterwerfen und stets darauf bedacht zu sein, die individuelle Freiheit in den Vordergrund zu stellen. Minimalisten des aktuellen Trends haben sicherlich Konsumgüter – wie auch unsere Definition schon deutlich gemacht hat – wissen jedoch, dass sie sich nicht von diesen beeinflussen lassen dürfen. Radikale Minimalisten versuchen sogar, auf fast 99 Prozent aller Güter zum Konsum zu verzichten, da sie diese nicht als lebensrelevant ansehen. An dieser Stelle möchten wir nun beginnen, Ihnen die Komplexität und die Vorteile des minimalistischen Lebensstiles näher zu bringen – und zwar in einem weiteren Kontext.

Autor: chardt. Bild: arturnyk1/depositphotos