Unfallversicherung für Frauen bald teurer

Unfallversicherung für Frauen

Ab Dezember 2012 werden die Unfallversicherungen für Frauen wegen der neuen Unisex-Tarife eklatant teurer. Obwohl Unfallpolizzen eigentlich unverzichtbarer Grundbaustein sind, verfügen nur 40 Prozent der Menschen über eine derartige Polizze. Besonders Frauen verzichten oft auf die Absicherung. Das hängt meist damit zusammen, dass Frauen wegen der Kindererziehung über kein eigenes Einkommen verfügen und außerdem weniger Risikosportarten ausüben.

Frauenpolizzen bald um 40 Prozent teurer. Gerade jetzt wäre indes der Zeitpunkt gut, über eine Unfallpolizze nachzudenken. Die EU-Kommission hat mit der Umsetzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes entschieden, dass beim Versicherungs-Neugeschäft ab Ende 2012 bei Unfall-, Auto-, Renten- oder Krankenversicherung keine Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern gemacht werden dürfen. Bestehende Tarife bleiben jedoch unangetastet.

Die neuen Unisex-Tarife werden die Unfallprämien für Frauen kräftig in die Höhe schrauben. Die Tarife erhöhen sich für Frauen um 30 bis 40 Prozent. Bislang waren die Tarife niedriger, weil Frauen generell weniger Unfälle haben als Männer.

Die Sportart, bei der die meisten Verletzungen zu verzeichen sind, ist mit Abstand Snowboardfahren. Von 1.000 Ausübenden verletzten sich im Schnitt 43 Personen. Die Prämien steigen jedoch nicht automatisch, wenn solch gefährliche Sportarten ausgeübt werden, sondern orientieren sich vorwiegend am Beruf. Manche Assekuranzen verrechnen aber Zuschläge für Extremsportarten wie Fallschirmspringen. Wettbewerbs sport ist oft generell vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Weil bisher eher Männer Unfallpolizzen abschließen, werden sich die neuen Tarife nicht in der Mitte treffen, sondern nähern sich denen der Männer an. Man kann den erhöhten Tarifen aber durch Abschluss von Familienpaketen entgegenwirken.

Kombination mit Monatsrente. Die Gefahr, dass ein Unfall mit Folgen passiert, ist bei Jugendlichen und Pensionisten am größten. Statistisch gesehen, gibt es die meisten Unfälle bei Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren und bei über 70-Jährigen. Eltern sollten für ihre Kinder auf jeden Fall eine Unfallpolizze abschließen. Schließlich haben Kinder noch keinen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung. Auch eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist noch nicht möglich. Somit bleibt die Unfallversicherung die einzige Form, Kinder gegen die Folgen von Unfällen abzusichern. Wer sich für eine Unfallpolizze für Kinder entscheidet, sollte sich auch überlegen, die Versicherung mit einer Rentenpolizze zu kombinieren.

Tipp für alle Altersklassen: Bei Unfallpolizzen gilt als wirklich relevanter Faktor eine hohe Versicherungssumme. Auf ein Taggeld bei einem Spitalsaufenthalt kann dagegen getrost verzichtet werden.

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