Vermögen vor der Inflation bewahren

Vermögen und Inflation

Wir waren Renditen von fünf bis sieben Prozent bei Anleihen und sieben bis zwölf Prozent bei Aktien gewohnt. Die Herausforderung wird auch noch in den nächsten Jahren sein, Erträge über der Inflationsrate von zwei bis drei Prozent zu erwirtschaften. Denn die Zinsen bleiben vorerst niedrig. Die Sparzinsen liegen für täglich Fälliges schon seit 2003 unter der Inflationsrate. 2011 konnte man mit dem Sparbuch meist nicht einmal bei zweijähriger Bindung die Inflation schlagen.

Niedrige Zinsen bedeuten niedrige Renditen bei Anleihen, und auch auf dem Aktienmarkt wird man kleinere Brötchen backen müssen. Die derzeit guten Unternehmensgewinne werden kaum fortgeschrieben werden können.

Die Zertifikatebranche bietet Teilschutz mit Bonuszertifikaten, wo man auch noch eine Rendite erzielt, wenn die Märkte nachgeben - aber nur, solange sie nicht unter die Barriere, also je nach Produkt nicht mehr als 35 bis50 Prozent, fallen. Generell, aber gerade bei Zertifikaten, sollte man sich genau anschauen, wem man sein Geld leiht (Emittentenrisiko). Bei Sparanlagen und Bausparkassen gibt es zumindest noch die staatliche Einlagensicherung von 100.000 Euro.

Wir werden älter, also müssen wir mehr riskieren!

Was einem bekannt, aber vielleicht nicht präsent sein mag, ist, dass wir im Ruhestand schon einen Anlagehorizont von bis zu 25 Jahren haben. Da riskiert man viel Lebensstandard, wenn man wie bisher alles in fix Verzinsliches umschichtet. Dies nicht nur wegen der längeren Lebensdauer und weil Staatsanleihen nicht mehr per se sicher sind. Sondern auch, weil man nicht mehr von zweistelligen Anleihenzinsen wie in den 1980er-Jahre ausgehen kann, sondern die Renditen von US- und deutschen Staatsanleihen heute sogar deutlich unter der Inflationsrate liegen.

Also alles in Aktien stecken? Davor warnen die Experten: Man kann nicht von den hohen früheren auf heutige Erträge schließen, es haben sich die Verschuldung der Unternehmen und so die Kurs-Gewinn-Verhältnisse geändert. Seinen Portfolio-Mix sollte man nicht nur auf das Alter, sondern auch auf seinen Beruf abstellen. Ein Beamterkann mehr riskieren als ein Selbständiger, beide sollten mehr denn je diversifizieren.

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