Ungesunde Ernährung als häufigste Todesursache

Ungesunde Ernährung - häufigste Todesursache

Fertigprodukte, zu viel Zucker und Fleisch statt Gemüse: Laut Forschern liegt eine ungesunde Ernährung an erster Stelle der Todesursachen. Ungefähr elf Millionen Menschen sind im Jahr 2017 an einer schlechten Ernährung gestorben. Aber woran liegt das? Welche Länder zählen zu den ungesundesten und welche nehmen eine Vorbildfunktion ein?

Christopher Murray, Chef des Gesundheitsstatistik-Instituts der Washington Universität sowie zahlreiche Forscher stellten fest, dass heutzutage schlechte Ernährung als Todesursache Nummer eins bekannt ist.

Dies ist jedoch nicht in allen Ländern gleich: In Japan und China beispielsweise zählt der hohe Konsum an Salz zu einem Problem. Brasilien, Russland, USA, Deutschland und Indien auf der anderen Seite klagen über ein erhöhtes Maß an Vollkornprodukte, das auf Dauer zu einem Gesundheitsmanko zählt.

In Brasilien, Russland, USA, Deutschland und Indien werden wiederum zu wenig Vollkornprodukten gegesen, das auf Dauer zu einem Gesundheitsmanko zählt.

Spanien, Frankreich und Israel nehmen Vorbildfunktion ein

Forscher sind sich eines sicher: Die meisten Länder benutzen bei ihrer Ernährung zu wenig Obst, Gemüse und Nüsse. Dafür besteht die Ernährung meist nur aus Transfette, rotem Fleisch, Nahrungsmittel auf industrieller Basis sowie zuckerhaltiger Limonade. Dies wirkt sich natürlich auf Dauer negativ auf die Gesundheit aus. Nicht selten sind Krebs, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen die Folge.

Laut Statistiken schneidet Israel am besten ab. In diesem Land gab es 2017 die wenigsten ernährungsbedingten Todesfälle. Auch Frankreich, Andorra, Spanien und Japan befinden sich ganz weit vorne. Im Gegensatz dazu liegt Deutschland nach wie vor hinter der Schweiz und Österreich aber vor Amerika. Anhand des Vergleiches schneidet Usbekistan am schlechtesten ab. 

In dieser Studie wurden jedoch keine Todesfälle berücksichtigt, die aufgrund von Alkoholmissbrauch, Mangelernährung oder Hungertod eingetreten sind.

Nicht ganz korrekt

Autoren dieser Studie geben zu, dass diese nicht ganz ohne Schwachpunkte sei. Mehrere nationale Untersuchungen seien daher lückenhaft und enthalten größtenteils nur Bevölkerungsgruppen europäischer Abstammung. Dies erschwert daher wiederum eine Verallgemeinerung drastisch.

Allgemein betrachtet bestehen diese Studien überwiegend aus Beobachtungsfällen, die auf Angaben der Betroffenen selbst basieren. Diese werden gefragt, was sie trinken und essen. Nach mehreren Jahren werden die befragten Menschen erneut aufgesucht und es wird ermittelt, wie viele davon noch leben oder bereits gestorben sind. Daraus resultierend besteht die Ernährung nur in einem indirekten Zusammenhang mit den in der Studie erwähnten Todesraten.

Studie: „Health effects of dietary risks in 195 countries, 1990–2017: a systematic analysis forthe Global Burden of Disease Study 2017“, „The Lancet“, 4.4.2019

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